Beim Räuchern lässt man aromatische Pflanzensubstanzen wie Harze, Hölzer, Rinden, Blätter, Nadeln, Blüten und Kräuter langsam über einer Wärmequelle verglühen.

Das Räuchern ist eine archaische Kunst, deren Ursprünge irgendwo in der frühesten Menschheitsgeschichte liegen und die in unserem Kulturkreis leider fast in Vergessenheit geraten ist. Geräuchert wurde in allen alten Kulturen: In Ägypten und Mesopotamien, wo man mit dem duftenden Rauch Botschaften an die Götter sandte, um diese wohlzustimmen. Im antiken Griechenland, wo das Räuchern auch für Heilzwecke eingesetzt wurde. Im Orient, wo sich eine besonders ausgeprägte Duftkultur entwickelte – die Araber sind bekannt für ihre Vorliebe für Düfte und Räucherwerk – bis hin zu den indianischen Völkern Amerikas, die eine ganz besondere Beziehung zur Natur haben und bereits seit vielen tausenden von Jahren bis heute räuchern.

Auch in unseren Breitengraden wurde geräuchert, was sich heute noch mancherorts in alten Bräuchen wie den „Kräuterbüscheln“ erhalten hat. In den asiatischen Ländern wie Indien, Tibet, China und Japan wird das Räuchern wie schon vor Jahrtausenden noch heute täglich von Millionen von Menschen praktiziert.

Ursprünglich diente das Räuchern zumeist sakralen Zwecken. Doch es wurde auch zur atmosphärischen Reinigung und Desinfektion von Wohnräumen und Häusern eingesetzt, zur Parfümierung von Kleidern und Körpern, zur Stärkung und Anregung der körperlichen Lust, bei Meditation und Gebet zur Stärkung der spirituellen Energien und in der Räucherheilkunde. Ebenso waren und sind auch heute noch Räucherzeremonien bei festlichen Ereignissen wie Hochzeiten, Taufen, Jahreszeitenwechsel und zur Begrüssung oder Verabschiedung von Gästen sehr beliebt.